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Pressemitteilung

16. Oktober 2019

  Bahntrasse Brühl Wesseling


FDP Logo   Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die FDP Fraktion bittet Sie, den nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Rates zu setzen:


Der Bürgermeister wird beauftragt, zusammen mit der VRS, der HGK, der Stadt Wesseling und ggf. mit den Städten Bonn, Köln, Hürth und Bornheim zu prüfen, ob die nach wie vor bestehende Schienen-Querverbindung, die ehemalige Linie 19, zwischen Brühl und Wesseling für den Personentransport reaktiviert werden sollte.

  Begründung:

  Im Jahr 1983 wurde die Straßenbahnlinie 19 zwischen Brühl und Wesseling aufgegeben und durch eine Buslinie ersetzt.

  Die Verhältnisse haben sich nach 36 Jahren jedoch so verändert, dass eine Reaktivierung der Linie geprüft werden sollte.

  Dazu gehört die Erkenntnis, dass der Individualverkehr die Infrastruktur der Städte zunehmend überfordert, weshalb überall der ÖPNV ausgebaut wird. Auch zwischen Brühl und Wesseling-Berzdorf bilden sich infolge des Pendlerverkehrs täglich lange Staus. Solche sind weder mit den Zielen des Klimaschutzes noch mit der Forderung, die sonstigen PKW-bedingten Schadstoffe zu reduzieren, vereinbar. Die Linienbusse kommen im Stau auch nicht voran und müssen ohnehin zur Erzielung der Emissionsfreiheit umgerüstet werden.
Die Region wächst entgegen aller früheren Prognosen. Die Wohnungsknappheit in Köln erhöht den Nachfragedruck um Rhein Erftkreis.

  Neubaugebiete schaffen neue Verkehre, aber auch Bedarf nach einer schnellen, effektiven Bahnverbindung. In Brühl Ost und in Berzdorf werden viele neue Wohnungen geschaffen, in Brühl Ost sind auch neue arbeitsplatzintensive Gewerbebetriebe, wie z.B. die Telekom, angesiedelt worden. Neue Haltestellen in Brühl Ost und Berzdorf könnten hier neuen Bedarf abdecken. Für den Einzelhandel beider Städte erschlössen sich neue Kunden aus beiden Städten.

  Entlang der Linie 18 sind die P+R Parkplätze völlig ausgelastet. Es fehlt an Flächen, diese zu vergrößern. Entlang der Linie 19 könnten dagegen noch großflächige P+R Parkplätze für Pendler nach Köln und Bonn gebaut werden.


  Im neuen Licht erscheinen aber die Möglichkeiten der Bahntrasse, da die Linie 18 nun durchgängig 2 gleisig ausgebaut wurde. Dies ermöglicht die Aufnahme neuer Verkehre und Linien.

  Vorstellbar wären z.B. eine Ringlinie zwischen Bonn, Brühl auf der Linie 18 - Trasse, dann quer nach Wesseling und zurück nach Bonn über die Trasse der Linie 16 (und umgekehrt).
Von Wesseling könnte über Brühl Ost, Vochem die Bahn nach Köln fahren und wieder über die Trasse der Linie 16 zurück nach Wesseling (und umgekehrt).

  Anderswo wird der Bau neuer Bahnstrecken für hunderte von Millionen forciert. Deren Planung erfordert schon Jahre. Die Städte Brühl und Wesseling sind bis heute mit einer intakten und direkten Schienenverbindung verbunden. Die Investitionskosten für die Strecke wären also verhältnismäßig gering, selbst wenn neue Haltestellen gebaut würden.

  Natürlich muss der Bedarf geprüft und die Kosten ins Verhältnis gesetzt werden. Ggf. wird die Bahnlinie dann tragbar, wenn ein autonomer Bahnbetrieb möglich ist. In Betracht käme zudem eine Fremdvergabe des Bahnbetriebs gegen Zahlung einer Netzgebühr an die HGK.

  Investoren, die Wohnraum schaffen wollen, werden schon im Vorfeld abgeschreckt und in andere Kommunen investieren.

Jochem Pitz
Vorsitzender der FDP Fraktion
im Rat der Stadt Brühl